Gehmeditation am Strand – Eine Anleitung zur Gehmeditation

Juli 23rd, 2018 by

Gehmeditation

Gehmeditation am Strand

Dieses bewusste gehen am Strand war eine Quelle des Glücks für mich. Ich habe förmlich gespürt wie sich jede Zelle in meinem Körper entspannt. Wie sich heitere Gelassenheit in meinem Geist ausgebreitet hat. Wie sich mein Atmen mit dem Kommen und Gehen der Wellen synchronisiert hat. Einfach wunderbar.

Die Natur hilft uns im gegenwärtigen Moment zu bleiben, wenn wir ihr Beachtung schenken.

Für mich ist das Meer ein Kraftort.

Das Rauschen der Wellen am Strand ist wie das Ein- und Ausatmen der Natur für mich. Wenn ich mit dem Meer atme, fühle ich mich mit allem verbunden, alle Alltagsprobleme werden ins rechte Licht gerückt und ich entspanne mich in das pure Sein hinein.

Der folgende Text des Zenmeisters Thich Nath Hanh ist für das achtsame Gehen eine schöne Inspiration.

„Mach dir klar, dass du beim Gehen nirgends hingehst, und doch hilft dir jeder Schritt anzukommen.

Wo anzukommen?

Im gegenwärtigen Moment, im Hier und Jetzt. 

Du brauchst gar nichts anderes, um glücklich zu sein.

Lächle während du gehst – 

sei im Hier und Jetzt.

Dann kannst du den Ort an dem du gehts, in ein Paradies verwandeln.“

(aus Thich Nath Hahn, Du bist ein Geschenk für die Welt)

Herzlich Martina

 

Eine Anleitung zur Gehmeditation

Den Körper wahrnehmen:
Bevor wir mit der Gehmeditation beginnen kann es sinnvoll sein einen Moment achtsam zu stehen.

Stell dich aufrecht hin, die Füße etwas auseinander und spüre den Kontakt deiner Fußsohlen mit dem Boden.

Nimm drei tief Atemzüge und spüre wie das Atmen deinen Körper bewegt. Stell dir vor, dass du bis in deine Fußsohlen atmest.

Spürst du, wie deine Fußsohle den Boden berühren? Wie fühlt sich das an? Liegt mehr Gewicht auf dem Vorderfuß oder auf den Fersen? Ist dein Gewicht auf beide Beine gleich verteilt?

Nimm genau wahr, ohne zu werten.

Atme dreimal tief ein und aus. Nimm dann deinen ganzen Körper wahr:
Stehst du gerade oder nach hinten oder nach vorne gebeugt?
Sind deine Schultern entspannt?

Kann dein Körper loslassen, in Vertrauen darauf, dass ihn deine Füße und die Erde tragen werden?

Verändert sich dein Körper oder deine Haltung wenn du deinen Körper wahrnimmst?

Achtsames Gehen
Die Gehmeditation kann man unterschiedlich praktizieren, insbesondere was das Tempo angeht. Hier zwei Beispiele

Langsames gehen im Raum:
Hier setzt man mit jedem Einatmen und mit jedem Ausatmen einen kleinen Schritt.

Gehmeditation draußen:
Hier geht man meist etwas schneller, in etwa 3-4 Schritte pro Einatmung und 4-5 Schritte pro Ausatmung

Gehmeditation im Alltag:
Wenn wir etwas Übung mit der Gehmeditation haben, lässt sie sich sehr gut in den Alltag einbauen. Wir können dann immer mal wieder einige Schritte bewusst gehen.
Wir können dabei eine Strecke auf dem Weg zur Arbeit wählen, die wir immer bewusst gehen. Oder wir suchen uns Wege an unserem Arbeitsplatz, zum Beispiel die Schritte von unserem Auto in das Gebäude. Oder wir gewöhnen uns daran, nach dem Aufstehen die ersten Schritte in den Tag ganz achtsam zu machen.

Gehmeditation

Wenn wir achtsam gehen oder Gehmeditation praktizieren gehen wir nirgendwo hin. Wir können uns im Raum im Kreis bewegen oder einen Spaziergang machen.

Wichtig ist, dass wir den Bewegungsablauf des Gehens verlangsamen und achtsam wahrnehmen. Am Anfang ist es oft am einfachsten, wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf unsere Füße und Fußsohlen richten.

Wir spüren sehr bewusst, wie wir den Fuß anheben, das Gewicht verlagern, den Fuß nach vorne schieben, und wieder mit dem Boden in Kontakt kommen. Nach einer Weile können wir dann unsere Achtsamkeit auf alle Körperempfindungen richten: Unser Atem, den Fluss unserer Bewegungen, den Rhythmus unserer Schritte. Nach einer Weile können wir unsere Achtsamkeit auch auf unsere Umgebung lenken. Während wir achtsam gehen nehmen wir mit allen Sinnen wahr was um uns herum geschieht: Wir hören, sehen und riechen bewusst und bleiben in Kontakt mit dem Augenblick.

Wie bei der Sitzmeditation ist es auch bei der Gehmeditation das Ziel, in jedem Moment ganz bewusst, ganz achtsam zu sein. Auch bei der Gehmeditation können die Gedanken spazieren gehen – und das werden sie tun 🙂 – und unsere Konzentration kann wechselhaft sein. Das ist völlig in Ordnung, schließlich ist diese Art des Gehens ungewohnt und muss uns erst zur Gewohnheit werden.

Wortpaare während der Gehmeditation:
Um die Konzentration aufrecht zu erhalten kann es auch während der Gehmeditation sinnvoll sein, den Geist mit einer einfachen Aufgabe zu betrauen. Wenn wir Gehmeditation praktizieren können wir beispielsweise unsere Schritte zählen, welche wir während des Einatmens und während des Ausatmens machen.

Wir können auch in unserem Geist bestimmte Wörter wiederholen, wenn unsere linke oder rechte Fußsohle die Erde berührt. Zum Beispiel:

Angekommen – Zuhause
Hier – Jetzt
Ein – Aus 

Das Wichtigste ist jedoch, mit Freude zu gehen 🙂



Ein Gedanke zu „Gehmeditation am Strand – Eine Anleitung zur Gehmeditation“

  1. Andreas sagt:

    In der Gehmeditation schaffe ich es oft besser
    meinen Gedankenstrom zu unterbrechen, weil ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem, als auch auf meine Füße richte.
    Meine Gedanken schweifen nicht so leicht ab.
    Ein toller Text und eine wunderbare Inspiration für den nächsten Strandurlaub.
    Vielen Dank

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