Selbstmitgefühl entwickeln – eine Kontemplation in 3 Schritten

April 25th, 2016 by

Selbstmitgefuehl entwickeln

„Kein Schlamm, kein Lotus.“

Geht es Ihnen auch manchmal so: Wenn die Zeiten schwierig werden, dann tun wir alles mögliche, um diese zu bewältigen. Wir überlegen uns Lösungen, forschen nach Ursachen, kämpfen um unser Recht oder um was auch immer. Dies mag auch alles seine Berechtigung haben, aber allzuoft vergessen wir uns dabei selbst. Wir geraten in Aktionismus, wir handeln und wenden uns von uns und unserem Leiden ab. Wir begeben uns in die Zukunft – in der alles bitte wieder gut sein soll, oder in die Vergangenheit, um die Ursache zu finden – und vergessen den Augenblick.

Ein kleines Kind, das sich verletzt hat und weint, würden wir doch auch gleich in die Arme nehmen und es trösten und schützen. Mit uns selbst sind wir da deutlich härter. Ja, es fällt uns noch nicht einmal ein, Mitgefühl für uns selbst zu haben.

Diese 3-Schritte-Kontemplation kann Ihnen dabei helfen, sich das Mitgefühl zu geben, das Sie brauchen (und verdienen). Sie beruhigt den Geist und bringt Sie zu sich selbst zurück.

Eine 3-Schritte-Kontemplation für mehr Selbstmitgefühl

  1. Legen Sie beide Hände auf Ihr Herz, seien Sie ganz still und fühlen Sie die Wärme Ihrer Hände. Sie können Ihre Hände auch auf jeden anderen Teil Ihres Körpers legen, der sich nach Wärme und Trost sehnt, wie z.B. Ihren Bauch oder Ihr Gesicht.
  2. Atmen Sie tief ein und aus.
  3. Sprechen Sie folgende Worte zu sich selbst, laut oder leise, in einem warmen und fürsorglichen Ton:

Dies ist ein Moment des Leidens.

Leiden ist ein Teil des Lebens.

Auch diese Erfahrung wird vergehen.

Möge ich in diesem Moment freundlich zu mir selbst sein.

Möge ich mir selbst das Mitgefühl geben, das ich brauche.

 

Der erste Satz,

Dies ist ein Moment des Leidens -, macht Ihnen bewusst, dass Sie Schmerz empfinden, dass Sie leiden. Er lenkt Ihre Achtsamkeit auf diese/Ihre Realität in diesem Moment – so wie sie nun einmal in diesem Moment ist. Er schenkt Ihren Gefühlen und Empfindungen Beachtung, anstatt sie zu leugnen.

Andere mögliche Sätze könnten sein: Ich habe eine wirklich schwere Zeit im Moment. Das schmerzt. Oder andere Worte die beschreiben, was Sie im Moment fühlen und wahrnehmen.

Der zweite Satz,

Leiden ist ein Teil des Lebens – , erinnert Sie daran, dass Leiden und Unvollkommenheit ein Teil der menschlichen Erfahrung ist, die wir alle teilen. Andere mögliche Sätze sind: Jeder fühlt sich manchmal so. Das ist ein Teil der zum Menschsein dazu gehört, etc.

Der dritte Satz,

– Auch diese Erfahrung wird vergehen.-

Macht Ihnen deutlich, dass auch dieser Schmerz nicht ewig andauert, dass auch diese Erfahrung vergänglich ist. So wie alles andere entsteht und wieder vergeht.

Der vierte Satz,

Möge ich in diesem Moment freundlich zu mir selbst sein -, hilft eine freundliche Haltung in diese Erfahrung zu bringen.

Andere mögliche Sätze: Möge ich mich lieben und unterstützen. Möge ich mich akzeptieren wie ich bin, etc.

Der letzte Satz,

Möge ich mir selbst das Mitgefühl geben, das ich brauche -, bekräftigt Ihre Absicht mitfühlend mit sich selbst zu sein. Sie können auch hier andere Worte wählen: Möge ich mich daran erinnern, dass ich es Wert bin Mitgefühl zu empfangen. Möge ich mir selbst das gleiche Mitgefühl geben, das ich einem Freund geben würde, etc.

Finden Sie die Worte, für die 5 Sätze, die Sie am meisten berühren und die für Sie funktionieren und lernen Sie sie auswendig.

Wenn Sie sich dann das nächste Mal selbst verurteilen oder Sie eine schwierige Erfahrung machen, können Sie die Sätze als eine Erinnerung nutzen, freundlich und mitfühlend mit sich selbst zu sein.

Ich wünsche Ihnen eine wundervolle Woche voller Mitgefühl!

„Be mindful, be happy!“

Martina Frisch



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